Kleines ATV und Quad Lexikon

Auf unserer Homepage werden eine Reihe von Begriffen verwendet, die für ATV-und Quad-Fahrer längst selbstverständlichen Sprachgebrauch darstellen. Viele der Abkürzungen sind ja auch ausgesprochen praktisch. Schließlich wäre es höchst lästig, jedes Mal von einem vierrädrigen Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung zu reden, wenn ein simples VKP gemeint ist. Aus Erfahrung wissen wir allerdings, dass viele unserer Begriffe für Außenstehende alles andere als geläufiger Wortschatz sind. Und selbst so mancher Quadfahrer schwächelt mitunter, wenn es zum Beispiel um den Unterschied zwischen einer VKP- und einer Zugmaschinen-Zulassung geht. Aus diesem Grund an dieser Stelle in aller Kürze eine Klärung der wichtigsten Begriffe.

Übrigens: Prinzipiell müssen nahezu alle Veränderungen am Fahrzeug genehmigt sein. Diese Genehmigung kann je nach Art der Modifikation oder des Umbaus verschieden aussehen. 

Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG)

Teile, wie beispielsweise Scheinwerfer müssen eine solche Bauartgenehmigung besitzen. Jede ABG ist nur für bestimmte Modelle gültig, weshalb sollten  vor dem Kauf genauere Informationen eingeholt werden, ob die Teile auch für das jeweilige Fahrzeug zugelassen sind. 

Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)

Eine ABE ist eine Genehmigung die meist besonders einfach zu montierenden Teilen beiliegt. Man geht davon aus, das der Käufer selbst nicht viel falsch machen kann beim Anbringen dieser Teile .Daher ist nach Durchführen der Modifikation am Fahrzeug mit diesem Teil keine weitere Maßnahme nötig. Die Fahrzeug Betriebserlaubnis bleibt erhalten und das Fahrzeug kann weiter genutzt werden. Allerdings ist darauf zu achten, das alle Anweisungen und Auflagen aus der ABE eingehalten werden. Die ABE Papiere müssen während jeder Fahrt ständig mitgeführt werden. Auf Wunsch können oft die Informationen von der ABE auch in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden, so das die ABE nicht mehr mitgeführt werden muss.

ATV (All Terrain Vehicle)

ATV
Kleines Kraftfahrzeug mit vier Rädern oder Gleisketten, das in seiner Bedienung einem Motorrad ähnelt. Es verfügt über einen Lenker und eine Sitzbank, auf der ein oder zwei Personen (hintereinander) Platz finden.
Im deutschen Sprachgebrauch unterscheiden wir zwischen ATVs und Quads: Während Quads in erster Linie für Sport-Einsätze gedacht sind, werden ATVs eher für die Arbeit eingesetzt. Dazu verfügen sie meist über Gepäckträger, ein Automatik-Getriebe und häufig über Allrad-Antrieb. 

COC ( Certificate of Conformity )

Dokument, welches bescheinigt, dass ein Fahrzeug typgeprüft ist. Das Original-Dokument der Typ-Prüfung ist meist sehr umfangreich und wird daher hinterlegt; um es einem Fahrzeugbesitzer zu erleichtern, erhält dieser lediglich die COC-Papiere, mit denen er das Fahrzeug in den meisten Ländern Westeuropas zulassen kann.

CVT ( Continiously Vaiable Transmission)

CVT ( Continiously Vaiable Transmission)
Stufenloses Automatik-Getriebe, das nach dem Prinzip der Variomatik von DAF arbeitet: Drehzahl- und Lastabhängig treibt ein mit dem Motor verblockter Variator einen Riemen an, über den die Kraft an Kadanwellen oder eine Kette geleitet wird, mit denen dann die Achsen angetrieben werden. In den meisten Automatik-ATVs und -Quads kommen CVT-Automatiksysteme zum Einsatz, die über einen Gummi-Riemen verfügen; dieser unterliegt einem Verschleiß und
muss regelmäßig gewechselt werden.

Daumengas

Anders als bei Motorrädern, die über Dreh-Gasgriffe verfügen, gibt man bei den meisten ATVs und Quads mit dem rechten Daumen Gas. Der Grund: In kritischen Fahrsituationen - vor allen beim Anfahren am Berg - kann es leicht passieren, dass ein ATV oder Quad auf die Hinterräder steigt. Hätte es einen Drehgriff, würde eine Reflex-Handbewegung zum weiteren Gasgeben und damit zum Überschlag führen. Beim Daumengas führt der Reflex zum Loslassen des Gashebels, womit die Gefahr gebannt ist.

EG-Betriebserlaubnis

Die EG-Betriebserlaubnis entspricht weitgehend der ABE, ist aber für den gesamten EU-Raum gültig. Bei Produkten, die mit EG-Betriebserlaubnis verkauft werden, muss das Fahrzeug nicht dem TÜV vorgeführt werden, die EG-Betriebserlaubnis muss mitgeführt werden (siehe auch § 20-22 StVZO).

Einzelabnahme

Spezielle und komplexe oder gar einzigartige Umbauten, für die weder eine ABE noch ein Teilegutachten vorhanden ist, kann nur per Einzelabnahme genehmigt werden.
Eine Einzelabnahme kann nur ein TÜV Prüfer mit besonderer Prüfung durchführen. Dies ist daher meist nur in zentralen TÜV Prüfstellen und nicht bei einem Werkstatt TÜV möglich. Der Aufwand und somit auch die Kosten der Prüfungen hängen von der Art und Umfang des Umbaus ab.

Fahrzeug Betriebserlaubnis

Man kann davon ausgehen, das jedes neu gekaufte Serienfahrzeug eine Fahrzeug-Betriebserlaubnis besitzt. Dies bedeutet, das dass Fahrzeug in dem erworbenen Zustand im Straßenverkehr genutzt werden darf.
Werden nun jedoch Modifikationen am Fahrzeug durchgeführt, die einer Genehmigung bedürfen, so erlischt die Fahrzeug Betriebserlaubnis, solang nicht alle Anforderungen der Genehmigung erfüllt sind.

Festigkeitsgutachten

Nur Produkte  mit TÜV Gutachten oder ABE sind zulässig!
Hersteller, die Umbauteile  in Serie produzieren und über ein Teilegutachten oder eine ABE verfügen, können ein anerkanntes Qualitätsmanagement-System vorweisen. Dieses QM- System stellt sicher, dass alle Vorgaben dokumentiert und eingehalten werden und dass alle produzierten Umbauteile der Qualität der Prüfmuster entsprechen. Das Bundesverkehrsministerium hat alle Prüfstellen aufgefordert, diese Regelung zu beachten.
3P rät: Der Endverbraucher soll beim Kauf darauf achten, dass die Umbauteile ein Teilegutachten/Verwendungsbereichsgutachten nach §19.3 oder eine ABE haben – dann gibt es keine Probleme bei der Eintragung in die Fahrzeugpapiere!

Frontkennzeichen

Sind weltweit einzig und allein in Deutschland für ATVs und Quads vorgeschrieben. Im Rest der Welt nicht. Deutsche Quadpiloten, die vorne ohne fahren bezahlen 40€ und bekommen einen Punkt in Flensburg.

Führerschein

Zum Fahren von ATVs und Quads mit mehr als 50ccm ist ein PKW-Führerschein vorgeschrieben (Klasse B) , dazu muss der Fahrer mindestens 18 Jahre alt sein; Quads mit 50 ccm dürfen in Deutschland bereits ab 16 Jahren gefahren werden, und zwar mit einem Führerschein der Klasse "S". Es besteht keine Möglichkeit das Fahrzeug auf die Mofaführerscheinfreie Klasse zu reduzieren, da es sich um ein 2-spuriges Fahrzeug handelt.

Helmpflicht

Für ATVs und Quads besteht in Deutschland, Österreich und in der Schweiz Helmpflicht.

LoF ( Land –oder Forstwirtschaftliche Zugmaschiene )

ATVs und Quads lassen sich entweder als vierrädrige Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung (VKP) mit einer Höchstleistung von 15 Kw Oder als LoF (Ackerschlepper) zum Fahren auf öffentlichen Straßen zulassen. Während es sich bei der VKP-Zulassung um eine europaweit einheitliche Regelung handelt, haben die einzelnen Länder bei der LoF-Zulassung einen gewissen Spielraum. In Deutschland ist es möglich, ein ATV oder Quad einer LoF-Zulassung mit mehr als 15 Kw legal im Straßenverkehr zu fahren. Wer ein ATV oder Quad mit voller Leistung zulassen möchte, benötigt eine 3P-Umrüstung mit Gutachten.

Musterbericht

Ein Musterbericht stellt lediglich eine Arbeitsgrundlage für die vorgeschriebene Abnahme der Umrüstung nach § 21 StVZO dar. Die Prüfungen sind besonders umfangreich und können nur von besonders befähigten Stellen durchgeführt werden (In den alten Bundesländern durch TÜV-Prüfstellen, in den neuen Bundesländern durch DEKRA-Prüfstellen).

Quad

Kleines Kraftfahrzeug mit vier Rädern, das in seiner Bedienung einem Motorrad ähnelt. Es verfügt über einen Lenker und einer Sitzbank, auf der ein oder zwei Personen (hintereinander) Platz finden. Im deutschen Sprachgebrauch unterscheiden wir zwischen ATVs und Quads: Während ATVs eher für die Arbeit eingesetzt werden, sind Quads in erster Linie für Sport-Einsätze gedacht. Bei den meisten Quads sind dazu ausschließlich die (meist starren) Hinterachsen angetrieben.

TÜV Teilegutachten

Ein TÜV Teilegutachten ist die häufigste Form der Genehmigung bei Nach und Umrüst Produkten.. Das Teilegutachten enthält genaue Anweisungen und Auflagen. Um zu vermeiden, das Umrüst  Teile falsch angebracht oder Modifikationen falsch durchgeführt werden, muss das Fahrzeug nach dem Umbau einem TÜV Prüfer vorgeführt werden.
Hier wird nicht nur die Übereinstimmung des Gutachtens mit dem zugehörigen Teil und auch dem Entsprechenden Fahrzeug-Typ / Modell überprüft, sondern auch die Qualität des Umbaus.
Die Fahrzeug Betriebserlaubnis erlischt direkt nach dem Umbau vorübergehend, bis der Umbau "eingetragen" wurde. Nur der direkte Weg zur TÜV Prüfstelle darf mit dem Fahrzeug unternommen werden. Der TÜV Prüfer stellt eine Umbaubescheinigung  aus. Mit dieser Bescheinigung kann die Modifikation auf der Zulassungsstelle in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

UTV ( Utility Terrain Vehicle / Side –by-Side )

UTV ( Utility Terrain Vehicle / Side –by-Side )
Vierradfahrzeug mit der (Allrad-) Technik eines ATV, das allerdings wie ein PKW bedient wird und bei dem Fahrer und Beifahrer wie im Auto auf einer Sitzbank sitzen (daher auch der Begriff "Side by Side"). Gedacht waren UTV ursprünglich für Arbeitseinsätze in schwierigem Gelände. Dazu verfügen sie meist über eine kippbare Ladefläche. Mittlerweile gibt es allerdings auch UTVs, die als reine Fun-Sportfahrzeuge konzipiert wurden.

VKP ( Vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung )

Fahrzeugtyp, nach dem ATVs und Quads europaweit zugelassen werden können - allerdings nur bis zu einer Höchstleistung von 15 KW.